4. Juli 2012  |  

Fremdsprachen in der Grundschule – wo steht Berlin?

Fremdsprachenunterricht in Grundschulen wird in den Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Während Baden Württemberg oder Rheinland Pfalz bereits ab dem 1. Schuljahr Englisch (alternativ auch Französisch) als Pflicht ansehen, beginnt in Berlin erst ab der 3. Jahrgangsstufe der Pflichtunterricht in einer fremden Sprache. Immersion wird nur von wenigen Schulen in Berlin als Methode angewendet – z.B. Europaschulen. Die Regel ist, dass die Kinder konkrete Erfahrungen mit der anderen Sprache sammeln können, indem sie Lieder, Reime, Spiele, usw. kennenlernen. Die Beschäftigung mit fächerübergreifenden Inhalten ist wünschenswert, sagt die Kultusministerkonferenz. Vorrang hat dabei das Hörverstehen und Sprechen (Lesen und Schreiben kommt erst später hinzu).
Für Berlin gilt:
  • Pflichtunterricht 1. Fremdsprache
  • Jahrgangsstufe: ab 3-6
  • Sprachen: Englisch (alternativ auch Französisch)
  • Std. pro Woche: Kl. 3: 2 Std. Kl. 4: 3 Std. Kl. 5: 4 Std. Kl. 6: 5 Std
  • Verbreitung: 100%
  • ministerielle Vorgaben: Rahmenlehrpläne und Handreichungen
  • Konsequenzen für die Sekundarstufe I: Gesamtkonzept: Rahmenlehrplan für die 1. Fremdsprache Jahrgangsstufe 3–10 als Spiralcurriculum; Fortführung der 1. Fremdsprache in Jahrgangsstufe 7; 2. Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 7 (Ausnahme: Latein als 2. Fremdsprache ab Jahrgangsstufe 5 an einigen Gymnasien mit altsprachlichem Bildungsgang)
Die Vorgaben und Konsequenzen klingen sehr “bürokratisch”. Ich selbst lehre an der Universität und bin fest davon überzeugt, dass in 10 bis 20 Jahren mehr als die Hälfte aller Masterstudiengänge an Deutschen Universitäten ausschliesslich in Englisch gelehrt werden. In dem Zusammenhang finde ich es mehr als bedauerlich, dass Berlin – wohlgemerkt, eine multikulturelle Stadt – im Ländervergleich so weit hinten an steht und wünsche mir, mehr Weltoffenheit und einen realistischeren Blick in die Zukunft.

Quelle: Bericht „Fremdsprachen in der Grundschule – Sachstand und Konzeptionen 2004“ Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 10.02.2005

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